Badischer Wein - Bodensee

Badens südlichster Anbaubereich Bodensee ist gleichzeitig der südlichste Weinbaubereich Deutschlands.

Das Klima der Rebflächen am Bodensee wird einerseits durch deren Lage zwischen der oberschwäbischen Hochebene im Norden und den Alpen im Süden, andererseits die große Wasserfläche (rund 500 km²) des Bodensees bestimmt.

Bis über 400 Meter ü.d. Meer ziehen sich die Rebzeilen des badischen Bodenseebereichs die Hänge hinauf. Auf dem Hohentwihl, dessen Boden aus vulkanischem Phonolith gebildet wurde, finden sich die höchsten Rebhänge (520 m ü.M.) nördlich der Aplen. Auch die übrigen Rebflächen des Bodensees sind die höchstegelegenen Deutschlands. Deren Böden, kalkhaltige, skelettreiche, sandige Lehme, wurden aus Molasse- und eiszeitlichen Moränenschottern gebildet.

Der Bodensee ist der Turbo-Energiespender der Trauben. Die Seewinde haben durch ihre wolkenauflösende Wirkung einen positiven Einfluss auf die Sonnenscheindauer, die in der für die Rebe wichtigen Vegetationszeit zwischen April und Oktober fast 1.400 Stunden beträgt. Selbst bei niedrigem Sonnenstand werden die Sonnenstrahlen vom Wasser hinauf zu den Reben reflektiert.

Im Sommer wirkt der Bodensee gewissermaßen als Kühlaggregat, im Herbst als Wärmespeicher, der seine im Sommer aufgenommene Wärme in diesem relativ kühlen Anbaugebiet an die Reben abgibt. Daher kommen Spät- oder Frühjahrsfröste am Bodensee recht selten vor, Schäden an den heute angebauten Reben sind daher kaum zu beobachten.

Kalt werden kann es im Winter trotzdem. So erntete beispielsweise das Staatsweingut Meersburg am 30. Dezember 2006 bei -7° Celsius Spätburgunder-Trauben in der Lage "Bengel". Die Ernteausbeute betrug 90 Liter Most mit 156° Oechsle. Völlig zugefroren ist der Bodensee in den letzten 1.000 Jahren übrigens nur einige dutzend mal.

Die 269 ha Rebflächen des Weißweins nehmen 50,3% der Gesamtrebfläche (534 ha) ein, der Rotwein 49,7%. Der Anbaubereich Bodensee unterteilt sich in die Großlagen Sonnenufer (460 ha) und eine Großlagen freie Fläche (74 ha).

Die wichtigsten Weißweinrebsorten sind der Müller-Thurgau mit einem Anteil von 32% (171 ha) an der Gesamtrebfläche von 534 ha, gefolgt vom Ruländer mit 5,9% (32 ha). Die wichtigste Rotweinrebsorte ist der Spätburgunder mit einem Anteil von 46,6% (249 ha) an der Gesamtrebfläche.

Bereits seit 3000 v. Chr. siedelten sich Menschen am Bodensee an; es folgten die Kelten, Römer und Alemannen. Letztere warn jedoch eher dem Bier als dem Wein zugeneigt, weshalb Sie vielleicht von den nachfolgenden Franken unterworfen und damit zum Wein missioniert wurden.

Tourismus: Überlingen, Meersburg, Mainau, Pfahlbauten von Uhldingen

Photo: © Hofmaier