Anton Tschechow in Badenweiler

Rolf Langendörfer zeigt den "blauen Heinrich"
Rolf Langendörfer zeigt den "blauen Heinrich"

Ab und an bietet Rolf Langendörfer einen „Anton Tschechow-Rundgang“ mit allerlei Informationen zu dessen Aufenthalt in Badenweiler an. Anton Tschechow (1860 – 1904), weltbekannter Schriftsteller und Dramatiker, kam 1904 zusammen mit seiner Gattin Olga Knipper-Tschechowa nach Badenweiler.

In Badenweiler wollte sich der Schriftsteller vom hier ansässigen Arzt, Dr. Schwörer, behandeln lassen. Tschechow litt bereits seit 20 Jahren an Tuberkulose. Bereits 2 Tage nach seinem Aufenthalt im Hotel Römerbad wurde er allerdings von der Geschäftsführung gebeten, sich doch um ein anderes Hotel zu bemühen.

Die Hotelgäste, darunter ca. 170 russische Gäste, hätten sich über seine Anwesenheit beschwert. Möglicherweise war ihnen auch der Anblick des „blauen Heinrichs“ zu Tische unangenehm. Es handelte sich um ein blaues Glasgefäß, in dem Tschechow dezent seine Spucke entsorgte.

Folglich zog er in ein anderes Haus(heutiges Hotel Eckerlin), das ihm damals dann allerdings zu spießig und langweilig erschien. Es folgte ein weiterer Umzug in das Hotel Sommer(heutige Reha-Klinik Parktherme).

Hier geht Rolf Langendörfer auf die Schilderungen Olga Knipper-Tschechowas ein. Auf halbem Wege die Treppe hinauf habe der geschwächte Tschechow stets eine Pause eingelegt. Kurz vor dem Treppenabsatz sei ein knarrendes Geräusch einer Treppenstufe zu vernehmen gewesen. Diese Bank auf der Treppe gibt es noch heute. Auch die Treppe knarrt noch.

Am 15.07.1904 stirbt Tschechow in Anwesenheit seiner Frau Olga, seinem Arzt Dr. Schwörer und dem Studenten Leo Rabeneck im Hotel Sommer. Nach seiner Aufbahrung in der Marienkapelle wird sein Sarg schließlich per Bahn nach Moskau überführt.

Eine Gedenktafel am ehemaligen Hotel Sommer erinnert heute an den letzten Aufenthaltsort Tschechows.

Im Jahr 1908 wurde das weltweit erste Denkmal für Anton Tschechow am Burgberg errichtet. 1918 wurde dieses allerdings für Rüstungszwecke eingeschmolzen. Es folgte 1963 ein Gedenkstein am Schwanenweiher, die Büste am Vogesenblick(1992), die Skulptur am Tschechow-Platz im Jahr 2004 und eine Büste im Rathaus-Foyer(2014).