Wein­jahr­gang 2017 in Baden nach Frost­jahr

Frei­burg, 1.2.2018. Die Ertrags­er­war­tun­gen für den Jahr­gang 2017 in Bezug auf Anbau­be­reich und Reb­sor­ten zeich­ne­ten sich bereits nach dem Fros­t­er­eig­nis im April unter­schied­lich ab.

Die Aus­gangs­la­ge

Frostschaden, April 2018 in Baden
Frost­scha­den, April 2018 in Baden

Der Win­ter im Anbau­ge­biet Baden war tro­cken und kalt (Tiefst­tem­pe­ra­tu­ren bis minus 15°C). Auf­grund feh­len­der Nie­der­schlä­ge konn­ten sich die Böden bei den im Febru­ar und März vor­herrschenden über­durch­schnitt­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren schnell erwär­men. Dadurch erfolg­te das Blatt­wachs­tum bereits Mit­te April d.h., 14 Tage frü­her als im Durch­schnitt.

In den Näch­ten vom 19. bis 21.April herrsch­ten Tiefst­tem­pe­ra­tu­ren von bis zu -6°C vor. Die­se führ­ten zu den größ­ten Spät­frost­schä­den, die Baden neben dem Jahr 1953 zu ver­zeich­nen hat.
Je nach Anbau­be­reich und Lage schwank­ten die Frost­schä­den zwi­schen 0 und 100%.

 

Wie ent­wi­ckel­te sich die Vege­ta­ti­on nach dem Frost?

Die auf den Frost fol­gen­de küh­le Wit­te­rung führ­te zunächst zu einem Wachs­tums­still­stand. Der Neu­aus­trieb ver­zö­ger­te sich. Bereits zwi­schen dem 6. und 10 Juni war die Reb­blü­te auf­grund hoher Tem­pe­ra­tu­ren in den Fol­ge­wo­chen, gepaart mit aus­rei­chen­den Nie­der­schlä­gen, abge­schlos­sen.

Wann erfolg­te die Wein­le­se 2017 in Baden?

Die ers­ten Trau­ben für die Erzeu­gung von Feder­wei­ßem wur­den ab Ende August gele­sen. Die Lese in den frost­ge­schä­dig­ten Reb­an­la­gen setz­te ab dem 4.September ein. Die sehr zügi­ge Haupt­le­se 2017 erfolg­te ab dem 11.September bei sehr guten Most­ge­wich­ten.

Was bie­tet uns der Wein­jahr­gang 2017?

Weinjahrgang 2017; Spätburgundertrauben an "Ersatztrieb"
Wein­jahr­gang 2017; Spät­bur­gun­der­trau­ben an “Ersatz­trieb”

Die Ertrags­si­tua­ti­on in Baden vari­ier­te zwi­schen Total­aus­fall und einer Nor­ma­lern­te. Der Mos­tertrag beläuft sich bei einer Ern­te­men­ge von 70hl/ha auf 1,0 Mio. Hek­to­li­ter.

Peter Wohlfarth, Geschäfts­füh­rer des Badi­schen Wein­bau­ver­bands, beur­teilt den Jahr­gang 2017 als qua­li­ta­tiv gut bei einem men­gen­mä­ßig unter­durch­schnitt­li­chen Ertrag. „Ein Jahr­gang, wel­cher Poten­ti­al bie­tet, Frucht­be­ton­te Wei­ne mit einem etwas gerin­ge­ren Alko­hol­ge­halt als im Wein­jahr­gang 2016 erwar­tet unse­re Kun­den. “